Tipps für Leithunde und Rudelführer bei Mobbing oder Cybermobbing

Mobbing lebt von Gruppendynamik!

In jeder Gruppe müssen wir mit Mobbing rechnen. Die Folgen sind für Betroffene  akut – mitunter auch lebenslang eine Belastung.

Den meisten "Bullies" geht es darum, Macht über andere auszuüben. Sie genießen es, andere zu kontrollieren und zu unterwerfen. Wenn andere vor ihnen Angst haben, fühlen sie sich stärker. Sie wollen Anerkennung oder auch von eigenen Misserfolgen ablenken. So gesehen ist Mobbing also eher ein Ausdruck der Schwäche als der Stärke! Wenn es jemand anderen schlecht geht, empfinden sie kein Mitgefühl. 

Häufig hängt dieses unsoziale Verhalten mit den Bedingungen in der Familie zusammen, unter denen Mobber aufwachsen – sie haben keine Strategien zum Umgang mit Konflikten oder Meinungsverschiedenheiten erlernt, und kennen somit kaum Möglichkeiten, einen Konflikt ohne Aggressionen zu lösen …

 

Betroffene sind nicht in der Lage, das Mobbing aus eigener Kraft zu beenden, und 

verlieren zusehends ihr Selbstvertrauen. Es ist sehr wichtig, Betroffene in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken!!

 

"Leithunde" haben die Verantwortung, auf die körperliche Sicherheit und Gesundheit der ihnen anvertrauten zu achten.

Gleichzeitig haben sie auch Vorbildwirkung. Ihre Reaktionen auf  Gewalttaten werden von den Gruppenmitgleidern genau wahrgenommen. Nicht-Einschreiten bestärkt die Täter*innen und entmutigt Betroffene, Hilfe zu suchen!

 

"Rudelführer" können durch ihr Verhalten eine Mobbingsituation verhindern, aber auch (indirekt) begünstigen. Studien zeigen die Stabilität von Opfer- und Täter*innenrollen. Wird ein gemobbtes Kind versetzt oder wechselt ein/e Täter*in die Schule, bleiben sie meist in ihrer Rolle. Daher sind lösungsorientierte Auseinandersetzungen mit Mobbingvorfällen, die zur Auflösung des Mobbinggeschehens führen, unbedingt notwendig. Diese erfordern eine klare Positionierung von "Leithunden" und gemeinsames Vorgehen.

 

Do`s für "Leithunde und Rudelführer" :-)))

  • Schaffe eine Situation des Hinschauens! Bestärke alle, Themen anzusprechen und zu dir zu kommen: "Ich bin hier, wenn ich gebraucht werde." "Ihr seid mir wichtig." …
  • Schau genau hin – und nimm auch vermehrtes "Augenrollen" wahr.
  • Zeige deutlich Grenzen auf, wenn du eine feindselige Handlung beobachtest.
  • Vereinbare Stoppsignale und stell immer wieder klar: „Ich will solche Bemerkungen hier nicht hören.“ „Ich möchte nicht, dass ihr so miteinander umgeht.“ „Ich möchte, dass sich alle äußern können, ohne ausgelacht zu werden.“ usw. 
  • Sprich an ohne anzuprangern!
  • Bleib ruhig aber bestimmt.
  • Sprich mit dem/der Betroffenen – mach klar dabei, dass das, was besprochen wird, unter euch bleibt und nur nach außen geht, was gemeinsam ausgemacht wird. „Mir ist aufgefallen, dass …“, "Ich fürchte, es geht dir nicht gut …", "Ich merke, dass es dir schwer fällt, darüber zu reden". Bekräftige, dass man immer zu dir kommen kann – evtl. einen Zeitraum für die Fortsetzung des Gespräches ausmachen …
  • Finde Unterstützer und Helferinnen für die/den Betroffenen und rege an, was sie (realistisch ;-)) tun können.
  • Beobachte, wies weiter geht und bleib bitte "dran" :-))
  • Neue Gruppenmitglieder von Anfang an einbinden und gleich mit den üblichen Gebräuchen und Regeln bekannt machen.
  • Eingreifen bei Mobbingverdacht: Ob tatsächlich Mobbing, ist gar nicht entscheidend,  sobald Info zugetragen wird oder Gefühl hochkommt.   

 

Bitte nicht machen, liebe "Leithunde und Rudelführer" :-)))

  • NIE in Abwesenheit des/der Gemobbten mit der Gruppe darüber reden.
  • Keine pauschalen Sanktionen (No Blame Approach)! 
  • Keine Hilfsbedürftigkeit des Gemobbten herausstellen.
  • Abwertender Umgang miteinander darf nicht zum Normalzustand in der Gruppe werden.

Bildquelle: Angela auf Pixabay https://pixabay.com/de/photos/wolf-eurasischer-wolf-8142720/

Mehr und Quellen vlg. u.a.

  • https://www.bpb-02-03-taeter-warum-wird-jemand-zum-mobber, https://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/psychologische_gesundheitsfoerderung/Gewaltpraevention/leitfaden_mobbing.pdf 
  • Florian Wallner, Mobbingprävention im Lebensraum Schule, http://www.oezeps.at/wp-content/uploads/2019/02/Handreichung_Mobbing_ONLINE.pdf 
  • Leitfaden Mobbing, https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwiJhZ2n3Z7wAhXBuKQKHTonDi0QFjAAegQIBBAD&url=https%3A%2F%2Fwww.bmbwf.gv.at%2Fdam%2Fjcr%3Aae1449fc-7252-45d1-adac-8cce1aebc474%2F180629_Leitfaden_Mobbing_BF.pdf&usg=AOvVaw10AxnFUrrNk-UrtpF43Yq4 
  • Handreichung Mobbing, Kern, S. 33 ff., online auf https://www.oezeps.at/wp-content/uploads/2019/02/Handreichung_Mobbing_ONLINE.pdf
  • Bernd Wirnsberger (2017), Masterarbeit, Mobbing unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen Erkennen, Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der Pflegepädagogik, Graz, Online auf https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/2133760/full.pdf
  • Gewaltfreie Kommunikation >> z.  B. https://www.meinunterricht.de/blog/gewaltfreie-kommunikation/ 

Thematisieren & sensibilisieren mit Filmen, z. B.

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